Flüchtlingshilfe

Die Flüchtlingshilfe Zierenberg sucht,...
...einen Ausbildungsplatz zum KFZ Mechatroniker/Sommer 2026
...eine Helfertätigkeit für einen jungen, zufassender Mann (Deutsch A2), Vollzeit, Region Zierenberg/Wolfhagen
... eine Helfertätigkeit für eine motivierte, junge Frau (Deutsch A2), Teilzeit o. Vollzeit, Region Zierenberg/Wolfhagen
...Arbeitsplätze in der Pflege/Reinigung/im Lager (ohne Ausbildung), Region Zierenberg/Wolfhagen/Kassel
Die Flüchtlingshilfe Zierenberg sucht außerdem,
eine ehrenamtliche Hausaufgabenhilfe für Kinder. Eine Ausbildung ist nicht erforderlich. Die Hausaufgabenhilfe sollte einmal wöchentlich stattfinden.
Jobs für ungelernte Kräfte (Minijobs und Vollzeit-Jobs).
Sie möchten mithelfen? Hier können Sie Kontakt aufnehmen:
0152 03414479
Die Flüchtlingshilfe Zierenberg hilft,...


Veranstaltungen und Termine
Café beim Windkunstfestival "Bewegter Wind"

Die Flüchtlingshilfe bietet beim Windkunstfestival Kaffee, Kuchen, Getränke sowie einen Imbiss an.
Der Erlös fließt in die Finanzierung der Familienfreizeit im Oktober
Aktuelle Sprachkurse im Christophorushaus
Deutschkurs A1
Ein Deutschkurs (A1-Kurs) für Senioren und alle, die langsam lernen, findet montags ab 16 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Einfach vorbei kommen und mitmachen!
Deutschkurs B1
Kursbuch Schritte Plus Vorbereitung auf die B1 Prüfung in Kleingruppe. Mittwoch 18 Uhr ab Februar 2026. Anmeldung 0152 03414479
Ansprechpartner bei der Stadt Zierenberg
Ihre Spende für die Arbeit mit Geflüchteten in Zierenberg:
Kirchenkreisamt Hofgeismar-Wolfhagen
IBAN DE08 5205 0353 0100 0032 08
BIC HELADEF1KAS (Kasseler Sparkasse)
Stichwort: Flüchtlingshilfe Zierenberg/FHZ
Weitere Informationen finden Sie außerdem auf der Seite der Evangelischen Kirchengemeinde Zierenberg
Ukraine
Die Hilfsangebote für geflüchtete Menschen aus der Ukraine werden durch den Landkreis Kassel zentral gesammelt und organisiert.
Bürgertelefon: 0561 1003-1177
Hilfe-Plattform: www.landkreiskasselhilft.de/ukraine
Aktuelle Informationen: www.landkreiskassel.de/aktuelles/ukraine.php
Weitere Informationen:
Aktuelles
Flüchtlingshilfe Zierenberg sendet Botschaften für Frieden und Zusammenhalt aus
Banner im Kirchgarten sollen Menschen berühren und miteinander ins Gespräch bringen
Zierenberg. Das Friedensprojekt der Flüchtlingshilfe Zierenberg im Kirchgarten will wachrütteln. „An Krieg darf man sich nicht gewöhnen“, sagte ein Ehrenamtlicher sichtlich bewegt. Tatsächlich scheine es, als hätten sich viele Menschen in Europa an die täglichen Nachrichten gewöhnt – an Bilder von Zerstörung, an Zahlen von Gefallenen. Doch Gewöhnung berge die Gefahr der Gleichgültigkeit. Genau dagegen setzen die Organisatoren ein sichtbares Zeichen.
Die bunten Banner hängen an den Toren des Kirchgartens in Zierenberg. Zwischen alten Bäumen und historischen Mauern flattern die gemalten Tauben als Hoffnungsboten. „Bitte betet für den Frieden in unserer Heimat“, steht auf einem der Transparente.
Die Kinder haben mit großer Sorgfalt gearbeitet, manche Taube trägt die Farben Blau und Gelb. Für sie ist der Krieg keine Schlagzeile – er ist Erinnerung, Angst, vermisste Großväter und Väter.
Eine Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe sagte: „Das Leid der Ukrainer geht mir in besonderer Weise nahe. Ein Land von außen zu zerstören, ist so ungerecht und böswillig. All die gefallenen Söhne und Väter. Wir Helfer können das Leid oft nicht aushalten.“ Ihre Worte spiegeln, was viele empfinden: Ohnmacht angesichts der Brutalität, Trauer über das unermessliche Leid.
Im Schatten der Kirche wird auch an die christliche Botschaft erinnert. Jesus Christus hat Gewalt nie verherrlicht. In der Bergpredigt heißt es: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9).
Das Friedensprojekt im Kirchgarten ist deshalb mehr als eine symbolische Aktion. Es ist ein Appell an das Gewissen. Die Initiatoren möchten die Menschen in Zierenberg ermutigen, ihre Solidarität zu zeigen – im Gebet, im Gespräch, im praktischen Beistand.
Während die Banner im Wind flattern, stehen Passanten still, lesen die Botschaften, kommen ins Gespräch.
Vielleicht sei dies genau das, was Frieden brauche: Menschen, die hinschauen. Die sich berühren lassen. Die nicht abstumpfen.
Die weißen Tauben im Kirchgarten erinnern daran, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist. Er beginnt im Kleinen – in einem Gebet, in einer Umarmung, in einem offenen Herzen. Und vielleicht auch in dem Mut, immer wieder laut zu sagen: Nein, an Krieg gewöhnen wir uns nicht.

Warten und Hoffen auf Freiheit für Menschen im Iran Der Einladung zu einem iranischen Abend folgten viele Gäste - Auftakt mit Filmvorführung „Frau, Leben, Freiheit“
Zahlreiche Gäste waren der Einladung der Flüchtlingshilfe Zierenberg und der katholischen Kirchengemeinde Zierenberg zu einem iranischen Abend gefolgt. Das Interesse am Schicksal der Menschen im Iran und an deren Wunsch, das Terror-Regime nach 47 Jahren endlich abzulösen und in Freiheit zu leben, war groß. Den Auftakt bildete die Vorführung des Films „Die Saat des heiligen Feigenbaums“. Im Mittelpunkt steht der Justizbeamte Imam, der am Revolutionsgericht in Teheran arbeitet – mitten in den Protesten im Herbst 2022 unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“. Der Film verbindet Fiktion mit realen Bildern der damaligen Demonstrationen und macht so die Dynamik von Unterdrückung, Angst und Widerstand eindringlich sichtbar. Für eine einladende Atmosphäre sorgten Getränke und persische Köstlichkeiten, die den Gästen gereicht wurden. Das anschließende Diskussionsgespräch moderierte Katja Wiegand von der Flüchtlingshilfe. Über Online-Deutschkurse hat sie enge Kontakte in den Iran geknüpft. Sie unterstützt Menschen mit akademischen Abschlüssen bei der Ane r k e n n u n g i h r e r Qualifikationen, beim Deutschlernen sowie bei Bewerbungen und der Jobsuche in Deutschland. „Ich möchte, dass die Menschen mit einem Visum als Fachkräfte zu uns kommen und ihnen der schwere Weg der Flucht erspart bleibt“, betonte sie. Das Café Kontakt im Christophorushaus werde stark von persischsprachigen Geflüchteten besucht. Die evangelische Kirchengemeinde habe bereits vor Jahren eine Online-Kirchenführung in persischer Sprache eingerichtet. Viele Iranerinnen und Iraner zeigten Interesse am Christentum. Mit Oliver Ulloth, Mitglied des Hessischen Landtags mit deutsch-persischen Wurzeln und fließenden Sprachkenntnissen, konnte ein Diskussionspartner gewonnen werden, der eine Brücke zwischen den Kulturen schlug. Eben[1]falls für Fragen bereit standen die Menschenrechtsaktivistinnen Zoreh Almadani aus Kassel und Zaman Masudi aus Hamburg sowie Habib Khavari aus Zierenberg. Masudi berichtete ein[1]dringlich von den Ereignissen im Januar 2026: Erneut habe es im gesamten Iran große Proteste gegeben, die blutig nieder[1]geschlagen worden seien. Das Regime habe das Internet über längere Zeit gesperrt, um unbemerkt von der Welt tausende Demonstranten – vermutlich 30.000 oder mehr – zu töten. Inzwischen sei Telefonkontakt zur Familie im Iran wieder möglich, allerdings würden alle Leitungen überwacht. Man beschränke sich daher auf kurze Sachinformationen. Zehntausende befänden sich in Haft. Am Ende stand die einhellige Resonanz: Es war ein gelungener, bewegender und informativer Abend. Die Flüchtlingshilfe Zierenberg wird ihre Themenabende fortsetzen. Geplant sind Veranstaltungen zur Ukraine – der russische Angriffskrieg währt nun bereits vier Jahre – sowie zu Afghanistan. Man wolle daran erinnern, dass Krieg und Unterdrückung nicht zur Gewohnheit werden dürfen. Der abschließende Wunsch des Abends: Mögen die Iranerinnen und Iraner ihren bewundernswerten Mut nicht verlieren. Möge ihre Stimme gehört werden und ihr Ruf nach Freiheit. (kw/mw)


Silvester nicht allein: Flüchtlingshilfe Zierenberg feiert gemeinsam den Jahreswechsel
Unter dem Motto „Silvester nicht alleine sein“ lud die Flüchtlingshilfe Zierenberg zu einer besonderen Silvesterparty ein. In herzlicher Atmosphäre kamen Zierenberger, Gäst aus der Region sowie Geflüchtete aus der Ukraine und aus Afghanistan zusammen, um gemeinsam das alte Jahr zu verabschieden. Ein buntes Buffet, zu dem viele Gäste etwas beitrugen, bildete den kulinarischen Mittelpunkt des Abends.
Das abwechslungsreiche Programm sorgte für ausgelassene Stimmung: Mit dem Silvesterklassiker „Dinner for One“ begann der Abend, später wurde beim Karaoke gesungen und gelacht. Ein Quiz mit Fragen zu Deutschland, der Ukraine und Afghanistan sowie das Spiel „Montagsmaler“, bei dem Begriffe gemalt oder pantomimisch dargestellt wurden, förderten den Austausch zwischen den Kulturen.
Ein besonderer Moment war bereits um 23 Uhr erreicht, als gemeinsam das neue Jahr in der Ukraine begrüßt wurde. Dabei verband die Runde ihre Wünsche mit der Hoffnung auf den ersehnten Frieden für das vom Krieg gezeichnete Land. Für Afghanistan äußerten die Teilnehmenden den Wunsch nach Freiheit für die Menschen, insbesondere für Frauen, nach gleichen Rechten und Bildung für alle.
Der Höhepunkt des Abends folgte kurz vor Mitternacht: das Besteigen des Kirchturms der Stadtkirche. Von oben bot sich ein eindrucksvoller Blick über Zierenberg und auf das Feuerwerk, das den Jahreswechsel erleuchtete.
Besonders bewegend waren die Worte eines Jugendlichen aus der Ukraine, der erst vor wenigen Wochen aus seiner Heimat fliehen musste. „Danke für das schöne Fest. Wir hatten drei Jahre keine Party und kein Feuerwerk, immer nur Bomben, Drohnen und Raketen“, sagte er sichtlich berührt.
Die Initiatoren zeigten sich am Ende des Abends einig: Es sei etwas sehr Schönes und Wichtiges, Menschen ein Fest zu ermöglichen, die einsam sind, Schlimmes erlebt haben und nun auf der Suche nach Sicherheit und Gemeinschaft sind.

Besuch bei den Deutschkursen der Flüchtlingshilfe Zierenberg
Die Deutschkurse sind ein zentraler Baustein der Flüchtlingshilfe Zierenberg. Davon konnte sich Bürgermeister Germeroth bei seinem Besuch vor Ort persönlich überzeugen. In Gesprächen mit Ehrenamtlichen und Teilnehmenden informierte er sich über die Arbeit, die Herausforderungen und die Erfolge des Projekts.
Derzeit engagieren sich sieben Ehrenamtliche in den Deutschkursen. Auf Wunsch werden sie fachdidaktisch angeleitet, um den sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Teilnehmenden gerecht zu werden. Die Lerngruppen sind sehr heterogen. Im meinem Anfängerkurs lernen Analphabeten ebenso wie Akademiker, gibt Jutta Nagel an. Entsprechend wichtig sind differenzierte Unterrichtsformen. Katja Wiegand zieht die Analphabeten heraus und übt mit ihnen das Lesen und Schreiben. Thomas Werner und Michael Mussatov wirken unterstützend mit.
Neben Gruppenunterricht wird auch Einzelförderung angeboten – etwa für Schnelllernende, zur Alphabetisierung oder zur Unterstützung während einer Ausbildung. Wer sich in diesem Bereich ehrenamtlich einbringen möchte, ist herzlich willkommen.
Die Kurse werden überwiegend von berufstätigen Migrantinnen und Migranten besucht, die neben der Arbeit ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten, berichtet Michaela Röhling aus Dörnberg, die den Fortgeschrittenenkurs leitet. Es sind Geflüchtete, aber auch Arbeitsmigranten aus den Balkanstaaten oder anderen Ländern.
Sprachkompetenz, so betonten die Verantwortlichen, ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe, zu mehr Selbstständigkeit und zu neuen beruflichen Perspektiven. Gleichzeitig leisten die Kurse einen Beitrag zum Abbau des Fachkräftemangels und bereichern den regionalen Arbeitsmarkt.
Der Bedarf ist groß: Teilnehmende kommen aus Zierenberg und den Ortsteilen, aber auch aus dem Raum Kassel oder sogar aus benachbarten Landkreisen nach Zierenberg.
Besonders erfreut zeigte sich Bürgermeister Germeroth über das generationenübergreifende Engagement. In den Deutschkursen wirken auch Ehrenamtliche über 80 Jahren mit. „Wir sind mit großer Freude dabei und bringen unsere Erfahrung ein“, betonten Elke Lohmar und Bärbel Rottgardt. So werde nicht nur Integration gefördert, sondern auch Einsamkeit im Alter verhindert, sind sich die Initiatoren einig.
Ein weiteres Beispiel für gelebte Mitmenschlichkeit ist ein parallel stattfindender Englischkurs für Senioren, der ebenfalls von der Flüchtlingshilfe getragen wird. Ein B1- Deutschkurs soll demnächst an den Start gehen. Der Besuch des Bürgermeisters machte deutlich: Die Flüchtlingshilfe Zierenberg ist ein lebendiges Projekt, das Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen zusammenbringt.

Drei Tage unterwegs im Teutoburger Wald
Ein buntes Gewimmel herrschte vom 06.10.2025 bis zum 08.10.2025 im Haus Sonnenwinkel in Detmold-Heiligenkirchen. Die Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe Zierenberg kamen dort mit 19 Geflüchteten für drei Tage unter. Beim gemeinsamen Wandern war eine bunte Sprachenvielfalt zu hören: Ukrainisch, Persisch, Französisch und Deutsch. Schulenglisch bildete immer wieder eine Brücke der Kommunikation.
Am ersten Tag stand eine Wanderung zum Hermannsdenkmal auf dem Plan. Dort galt es, die 100 Stufen des Denkmals empor zu steigen. Bei dichtem Nebel war ein Blick in die Ferne leider nicht möglich. Die Kinder ließen sich die gute Laune jedoch nicht nehmen und schmetterten das Lied: Wir denken nicht daran, uns einen Schirm zu kaufen. Wir haben Spaß daran, im Regen `rum zu laufen.
Beim Besuch des Freilichtmuseums Detmold gab es viel zum Leben in alter Zeit zu entdecken.
In der Küche des Hauses verbreiteten sich vielfältige Düfte. Am Abend zauberte Lyudmilla aus der Ukraine leckeren Borschtsch, einen Eintopf mit Weißkohl und Roter Beete, der in ihrer Heimat sehr beliebt ist.
Beim Quiz waren knifflige Fragen zur Heimatkunde zu lösen: In welchem Bundesland befinden wir uns und wie viele Bundesländer hat Deutschland?
Auch der Nieselregen konnte die Wanderfreude nicht trüben. Der Besuch des Vogelparks in Heiligenkirchen bildete den Abschluss der Reise.
Abschließend erhielten die Wanderer im Alter von ein bis 66 Jahren eine Urkunde, die ihre Wanderleistungen dokumentierte. Dabei hatte man sich näher kennen gelernt, Freundschaften wurden geschlossen.
Die Flüchtlingshilfe hatte im August 2025 für 15 Tage eine Kuchenwiese an der Warte organisiert. Auf diese Weise wurde die Familienfreizeit finanziert.
Dank gilt zudem der Raiffeisenbank Hessen Nord, der Hausarztpraxis Zierenberg sowie der katholischen Kirchengemeinde Zierenberg, die diese Reise durch Spenden unterstützten.
Die muntere Gruppe wurde begleitet von Michaela Röhling und Katja Wiegand.
Sommerfest "Grillfest Zelten unter den Bäumen" am 26. Juli 2025
Weitere Aktionen und Ausflüge
Der Kinder-Spielnachmittag ist zurück
Am 10.04.2025 startete die Flüchtlingshilfe Zierenberg nach einer Winterpause mit ihren beliebten Kinder-Spielnachmittagen. Spontan kamen 40 große und kleine Gäste, um am gebotenen Programm teilzunehmen.
Das Gedicht „Der Hase mit der roten Nase“ stimmte alle auf das Osterprogramm ein. Die Kinder schmetterten das Lied „Ich lieb’ den Frühling. Ich lieb’ den Sonnenschein“. Anschließend wurden bunte Ostereier und Osterhasen gebastelt.
Die Kinder-Spielnachmittage stehen stets allen Kindern offen und wollen das gute Miteinander in unserer Stadt fördern.
Der nächste Spielnachmittag soll zum Thema „Teddybär-Tag“ stattfinden. Alle Kinder dürfen ihren Teddy oder die Freunde des Teddys mitbringen.
Tagesausflug nach Bad Arolsen und zum Twistesee
Unsere Gäste aus der Ukraine konnten für einige Stunden ihren Kummer vergessen. Wie schön!

Lachen gegen den Krieg - Die Flüchtlingshilfe Zierenberg in Thüringen
Die Flüchtlingshilfe Zierenberg bot Geflüchteten nun eine Familienfreizeit in Thüringen an. Dort konnten die Teilnehmenden ihre Sorgen für einige Tage beiseite schieben und fröhliches Miteinander genießen. Sie erfuhren im Grenzlandmuseum Schifflersgrund von der deutschen Teilung und der Freude der Wiedervereinigung, setzten sich mit der Sehnsucht der Ostdeutschen nach Freiheit und Demokratie auseinander und erkannten Parallelen zu ihren Heimatländern. In der Ukraine kämpfen Landsleute für den Erhalt von Freiheit und Demokratie, im Iran und in Afghanistan sind Frauen durch Mullah- und Taliban-Regime großer Unterdrückung ausgesetzt und in Eritrea beherrscht Diktator Afewerki das Land. Diese, auch für die Teamer belastenden Themen, kamen zur Sprache.
Die Geflüchteten verbanden das mutige Aufbegehren der Ostdeutschen im Jahr 1989 mit der politischen Situation in ihren Ländern und wünschten sich ebenso Demokratie und Freiheit für ihre Heimat.
Am zweiten Tag besuchten die 20 Reiselustigen das Schloss Friedenstein in Gotha. Den Höhepunkt bildete der Besuch der Wartburg am dritten Tag.
In der Elisabeth-Kemenate war das Leben der heiligen Revolutionärin in Mosaiken nachvollziehbar. Mit Erstaunen erfuhr man, dass Elisabeths Enkel Zierenberg gründete und die Stadtkirche erbaute. Fröhlich schmetterten die Kinder ihr Elisabeth-Lied, das an das Rosenwunder erinnert: Als Rose blüht das geteilte Brot. Wo wir Freude schenken, an andere denken, Hoffnung pflanzen, mit Feinden tanzen.
Die Jugendlichen aus der Ukraine begeisterte, dass Martin Luther hier die Bibel ins Deutsche übersetzte, damit die Menschen in Freiheit führte und Standards für eine einheitliche deutsche Sprache legte. In der Ukraine sei Nestors Chronik ein ähnlich identitätsstiftendes Kulturdokument, führte Maksym aus Kiew aus.
Ein brasilianisches Fernsehteam wurde auf die muntere Reisegruppe aus Zierenberg aufmerksam und die Zierenberger durften vor der Kamera darlegen, welche Bedeutung die Wartburg für die Deutschen und in gleicher Weise für Neubürger hat.
Geschichte und gegenwärtige Situation konnten auf vielfältige Weise verbunden werden. In langen Gesprächen in den Abendstunden wurde klar: Auch in Deutschland gab es Zeiten von Diktatur und Unterdrückung, ebenso wie derzeit in Afghanistan, im Iran und in Eritrea.
Die Gruppe kam auf dem Landgut Engelsbach unter. Abends stand gemeinsames Kochen auf dem Programm. Die Geflüchteten aus der Ukraine, aus dem Iran und aus Afghanistan verwöhnten die Gruppe mit landestypischem Essen aus ihrer Heimat. Es duftete nach ukrainischen Wareniki und afghanischen Boloni.
Michaela Röhling und Katja Wiegand schlossen als Teamerinnen: Wir konnten die Menschen ein wenig vom schweren Alltag ablenken und sie fröhlich machen.

Zierenberg für Demokratie und Vielfalt
Im Rahmen des Café Kontakt, das jeden Montag ab 17 Uhr im Christophorushaus stattfindet, entstanden nun Plakate, die ein weltoffenes und vielfältiges Zierenberg einfordern. Diese sind an den Eingangstoren des Kirchgartens zu bewundern.
Geflüchtete und Ehrenamtliche haben mit Erschrecken zur Kenntnis genommen, dass auch in Zierenberg Stimmen Zuspruch finden, die Hass, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung verbreiten. In den sozialen Medien finden diese überaus unrühmliche Verbreitung.
Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer haben bereits Drohungen vom „rechten Rand“ erhalten.
Das möchten die Teilnehmer im Café Kontakt nicht schweigend hinnehmen.
Sie fordern, dass Zierenberg eine vielfarbige, tolerante und offene Stadt bleiben soll.
Wenn extreme Gesinnungen und Hass um sich griffen, sei es um so wichtiger, sich hinter die freiheitlich demokratische Grundordnung zu stellen, sind sich die Aktiven einig.
Wer mitmachen und mitgestalten möchte, kommt montags ab 17 Uhr ins Café Kontakt im Christophorushaus. Wir stellen Stoffbahnen und Farbe zur Verfügung. Gestalten Sie ein Plakat und stellen Sie es in Ihrem Vorgarten aus. Nie wieder ist jetzt!
Vizelandrätin übergibt Geld an Vielfaltsprojekte
Besondere Auszeichnung für das Altenheim Phönix in Wolfhagen
Landkreis Kassel. Vizelandrätin Silke Engler hat Fördermittel aus dem Programm „Zusammen leben – zusammen wachsen“ des WIR-Vielfaltszentrums an drei Projekte im Landkreis Kassel übergeben. Für die katholische Kirchengemeinde in Zierenberg erhielt Katja Wiegand 490 Euro zur Finanzierung von Unterrichtsmaterial für einen Intensiv-Sprachkurs für Zuwanderer. 500 Euro gingen an Manfred Häfner und die Ringer des VfL Wolfhagen, die damit die Teilnahme von gehörlosen Jungen aus der Ukraine an einem Wettkampfturnier finanzieren. An Gülten Erenulug übergab Engler 175 Euro für den Förderverein der Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen zur Finanzierung eines Workshops zur EU-Grundrechtecharta.
Die Übergabe der Fördermittel fand in den neu eröffneten Räumen der Initiative „Offen für Vielfalt“ in Kassel statt. Anlass war die Auszeichnung des Altenheims Phönix aus Wolfhagen als „Vielfaltsverstärker“ für die erfolgreiche Integration von Geflüchteten durch die Ausbildung in der Pflege. Übergeben wurde der Scheck über 2.000 Euro an die Einrichtungsleiterin Rita Wefing von Dagmar Krauße und Nina Klein von „Offen für Vielfalt“.
Abschließend kündigte Silke Engler an, dass auch im kommenden Jahr wieder vorbildliche Vielfaltsprojekte im Landkreis Kassel über das Programm „Zusammen leben – zusammen wachsen“ gefördert werden. Die Mittel dafür stellt das Land Hessen zur Verfügung.






















