Franz Kroha für außergewöhnliches Ehrenamt geehrt
50 Jahre im Dienst des Ortsgerichts Zierenberg - Urkunde von Gerichtspräsidentin überreicht
Zierenberg. Ein halbes Jahrhundert ehrenamtliches Engagement ist alles andere als selbstverständlich. Franz Kroha aus Zierenberg kann auf genau diese außergewöhnliche Zeit zurückblicken: Seit 50 Jahren ist er für das Ortsgericht tätig. Dieses besondere Jubiläum wurde jetzt während einer kleinen Feierstunde im Sitzungssaal des Zierenberger Rathauses gewürdigt.
Am 1. Juni 1976 übernahm Kroha das Amt des Ortsgerichtsvorstehers. Mehr als 30 Jahre lang, bis zum 31. Dezember 2006, stand er an der Spitze des Ortsgerichts. Auch danach blieb er der Aufgabe treu und ist bis heute als stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher tätig.
In diesen fünf Jahrzehnten hat Franz Kroha unzählige Unterschriften beglaubigt und bei der Schätzung von mehreren hundert Häusern in der Zierenberger Kernstadt mitgewirkt. Hinter diesen nüchternen Zahlen stehen zahllose Begegnungen mit Menschen und viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit.
Eine besondere Würdigung erhielt Kroha nun von Christina Forster, Präsidentin des Amtsgerichts Kassel. Sie überreichte ihm die Jubiläumsurkunde und überbrachte den Dank der Justizbehörden sowie des Hessischen Ministerpräsidenten für sein langjähriges Engagement. Kroha habe den Ort in besonderer Weise geprägt. „Eine so lange Zeit in diesem Amt zu sein ist sehr selten“, sagte Forster.
Auch Bürgermeister Rüdiger Germeroth, der zu der Feierstunde eingeladen hatte, würdigte die außergewöhnliche Ausdauer des Jubilars. Sein Dank galt dabei ausdrücklich nicht nur Franz Kroha selbst, sondern auch dessen Ehefrau Roselotte Kroha.
Denn ein solches Ehrenamt, das sich über ein halbes Jahrhundert erstreckt, ist auch eine Leistung der Familie. Roselotte Kroha habe ihren Mann über all die Jahre hinweg bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützt und ihm den Rücken freigehalten, betonte der Bürgermeister.
„Ich habe den Job gerne ausgeführt und dadurch viele Kontakte zur Bevölkerung bekommen. Das war ein großer Schatz“, sagte Kroha zur Feierstunde. Seine Aufgabe habe ihm große Freude gemacht.
Zu den Gratulanten gehörten außerdem politische Vertreter der Stadt sowie die Mitglieder der drei Zierenberger Ortsgerichte.

Das Jubiläum bot zugleich Gelegenheit, die Arbeit der Ortsgerichte insgesamt in den Mittelpunkt zu rücken. Bürgermeister Germeroth nutzte das Zusammentreffen der Ortsgerichtsmitglieder, um allen Beteiligten für ihren ehrenamtlichen Einsatz zu danken. Auch Amtsgerichtspräsidentin Christina Forster sprach den Mitgliedern ihre Anerkennung aus.
Ortsgerichte übernehmen in Hessen wichtige Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger. Dazu gehören unter anderem die Beglaubigung von Unterschriften und Abschriften sowie die Schätzung von Grundstücken und Gebäuden. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und bringen dabei viel Erfahrung und Ortskenntnis ein.
Die Amtszeit eines Ortsgerichtsmitglieds beträgt grundsätzlich zehn Jahre. Nach Vollendung des 65. Lebensjahres kann sie auf fünf Jahre reduziert werden.
Auch in diesem Jahr gab es in den Zierenberger Ortsgerichten mehrere Wiederberufungen. Im Ortsgericht Zierenberg III, zu dem Burghasungen und Oelshausen gehören, wurden im Februar Horst Brixel erneut als stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher und Stefan Gerhold wieder für eine weitere Amtszeit berufen.
Im Ortsgericht Zierenberg II (Oberelsungen) stellten sich im Mai Rüdiger Umbach als stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher sowie die Ortsgerichtsschöffen Heinrich Gerhardt, Timo Markowski und Alexander Frese zur Wiederwahl.
Nach dem offiziellen Teil blieb im Sitzungssaal noch Zeit für Gespräche. Bei Kaffee und Kuchen tauschten sich die Mitglieder der Ortsgerichte, die Gratulanten und Gäste über ihre Arbeit und viele gemeinsame Erlebnisse aus.
Für Franz Kroha dürfte dabei vor allem eines deutlich geworden sein: Nach 50 Jahren im Dienst des Ortsgerichts ist sein Engagement längst ein Stück Zierenberger Geschichte geworden.
Viele Jahre, in denen Franz Kroha Verantwortung für seine Mitbürger übernommen hat. Ein außergewöhnliches Jubiläum und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was ehrenamtliches Engagement bewirken kann. (mw/rh)
